{"id":13171,"date":"2018-05-17T10:14:01","date_gmt":"2018-05-17T08:14:01","guid":{"rendered":"https:\/\/www.sms77.io\/?p=13171"},"modified":"2023-03-09T15:05:28","modified_gmt":"2023-03-09T14:05:28","slug":"aerztetag-befuerwortet-fernbehandlung-durch-digitale-medien-wie-kommt-die-neue-regelung-beim-patienten-an","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.seven.io\/de\/blog\/aerztetag-befuerwortet-fernbehandlung-durch-digitale-medien-wie-kommt-die-neue-regelung-beim-patienten-an\/","title":{"rendered":"\u00c4rztetag bef\u00fcrwortet Fernbehandlung durch digitale Medien \u2013 wie kommt die neue Regelung beim Patienten an?"},"content":{"rendered":"

Am 10. Mai verk\u00fcndete der Pr\u00e4sident der Bundes\u00e4rztekammer Ulrich Montgomery, dass der Deutsche \u00c4rztetag den Vorschlag zur Lockerung des Fernbehandlungsverbotes angenommen habe. Demnach d\u00fcrfen gewisse Behandlungen und Beratungen fortan auch per Telefon, Video-\/ Live-Chat, App oder Webportal durchgef\u00fchrt werden. Die Kommunikation zwischen Patient und Arzt via SMS gewinnt ebenso an Bedeutung.\u00a0<\/strong>
\n
\nEs war der 121. Deutsche \u00c4rztetag<\/a>, der in der Erfurter Messehalle stattfand und dem ein pr\u00e4gnantes Thema zur Debatte vorlag. Laut \u00a77 Absatz 4 der Musterberufsordnung galten Beratungen oder gar Behandlungen via Telekommunikationsmedien, auch Fernbehandlung genannt, bislang im Prinzip als verboten. Dieses Gesetz zu lockern bedeutet nicht nur f\u00fcr \u00c4rzte eine gro\u00dfe Umstellung mit neuen Herausforderungen, sondern auch f\u00fcr die Patienten. Eine Ferndiagnose zu treffen, an einem Menschen, den man noch nie zuvor begegnet ist, scheint f\u00fcr einige undenkbar \u2013 ja sogar unverantwortlich. Auf der anderen Seite holen sich zahlreiche B\u00fcrger l\u00e4ngst Rat in Internetforen, tauschen gegenseitig Medikamentenerfahrungen aus und beratschlagen \u00fcber ganze Therapien. Nicht zuletzt nutzen die \u00c4rzte selbst digitale Medien zur Fern\u00fcbertragungen von R\u00f6ntgenbildern, Laborwerten und Befunden, um sich untereinander abzustimmen. Die M\u00f6glichkeiten sind also da, nun auch die offizielle Anerkennung.<\/p>\n<\/div><\/div>

\"\u00c4rztetag<\/div>
121. Deutscher \u00c4rztekongress bei der Abstimmung zur Lockerung des Fernbehandlungsverbots<\/div>
121. Deutscher \u00c4rztekongress bei der Abstimmung zur Lockerung des Fernbehandlungsverbots<\/div><\/div><\/div>

Digitale Kommunikation soll das Arzt-Patienten-Verh\u00e4ltnis erg\u00e4nzen, nicht st\u00f6ren<\/h3>\n
\n

\u201eDie \u00c4rzte haben eine klare Entscheidung pro Telemedizin getroffen\u201c, so Th\u00fcringens Landes\u00e4rztekammer-Pr\u00e4sidentin Ellen Lundershausen.<\/p>\n<\/blockquote>\n

Damit er\u00f6ffnen sich so manche vielversprechende M\u00f6glichkeiten im Hinblick auf Fernbehandlungen f\u00fcr Praxen, Krankenh\u00e4user, Bereitschaftsdienste und Institutionen. Sofern \u00e4rztlich vertretbar und die Sorgfaltspflicht bei Diagnose, Beratung und Dokumentation gewahrt wird, darf der Patient sogar ausschlie\u00dflich per Telemedien betreut werden, das hei\u00dft in Einzelf\u00e4llen auch ohne pers\u00f6nlichen Erstkontakt.<\/p>\n

Wer nun aber glaubt, dies w\u00fcrden nur junge Menschen, die mit dem Umgang von Smartphone und Co. vertraut sind, in Anspruch nehmen, irrt. Tats\u00e4chlich ist der \u00c4rztemangel in l\u00e4ndlichen Regionen einer von vielen Gr\u00fcnden, warum es allerh\u00f6chste Zeit war, den Wandel der medizinischen Versorgung voranzutreiben. Lange Wartezeiten, Anfahrten und allein die pure Anstrengung, sich krank zu einem Arzt zu begeben, l\u00e4sst jung wie alt Hoffnung in die neuen Regelung zur Fernbehandlung setzen.<\/p>\n

Im Vordergrund stehen dabei telefonische R\u00fccksprachen sowie Videokonferenzen und Live-Chats, wodurch sich der Arzt ein besseres Bild vom Zustand des Patienten machen kann. Parallel steigt die Anzahl von Benachrichtigungen per SMS zur Verbesserung der Patientenbetreuung<\/a>. Schon jetzt nutzen unz\u00e4hlige Praxen den Service professioneller SMS Anbieter wie seven, um Ihre Patienten individuell oder auch ganz vollautomatisch zu kontaktieren. Sei es als Erinnerung an die n\u00e4chste Routineuntersuchung, Abholbescheide f\u00fcr Rezepte, Terminbest\u00e4tigungen oder die Bekanntgabe von Kursen und Veranstaltungen, wie Blutspende-Aktionen. Die hohe Erreichbarkeitsquote per SMS, die unkomplizierte Handhabung selbst mit \u00e4lteren Handymodellen und vor allem die sichere \u00dcbertragung von datenschutzrelevanten Inhalten sprechen f\u00fcr das Vertrauen, das Patienten damit zu Ihrem Arzt aufbauen k\u00f6nnen.<\/p>\n<\/div><\/div>

\"So<\/div>
Die Fernmedizin wird zur Erg\u00e4nzung f\u00fcr Diagnose und Therapie. Alle Patientendaten sind parallel abrufbar und das Gespr\u00e4ch wird vollst\u00e4ndig dokumentiert.<\/div>
Die Fernmedizin wird zur Erg\u00e4nzung f\u00fcr Diagnose und Therapie. Alle Patientendaten sind parallel abrufbar und das Gespr\u00e4ch wird vollst\u00e4ndig dokumentiert.<\/div><\/div><\/div>

Wird es bald Discounter-\u00c4rzte und Krankschreibung-Shops geben?<\/h3>\n

Nicht nur innerhalb der \u00c4rztetagung gab es heftigen Schlagabtausch \u00fcber das F\u00fcr und Wider in puncto Fernbehandlung. Betroffene bundesweit diskutierten ausf\u00fchrlich \u00fcber die Risiken einer solchen Lockerung. So etwa die Stiftung Patientenschutz, die eine Abstumpfung der Behandlungsqualit\u00e4t bef\u00fcrchtet. Schon jetzt nehmen sich immer weniger \u00c4rzte ausreichend Zeit, ihren Patienten richtig zuzuh\u00f6ren. Wie am Flie\u00dfband frequentieren die Sprechzimmer und trotzdem werden die Wartezeiten immer l\u00e4nger. Auf Termine beim Augenarzt wartet man schon mal mehr als einen Monat \u2013 ohne dass ein Ende in Sicht w\u00e4re.<\/p>\n

Wenn an dieser Stelle Telemedien die Behandlung aufgreifen, spart dies beiden Parteien eine Menge Zeit. Die Versuchung ist gro\u00df, noch weniger Wert auf Qualit\u00e4t zu legen, doch die bisherige Umsetzung der neuen Verordnung zeigt ganz klar: Sowohl Patienten als auch \u00c4rzte nutzen die Telekommunikation mit gr\u00f6\u00dferer Sorgfalt. Die einen k\u00f6nnen sich in Ruhe genau \u00fcberlegen, was sie schreiben anstatt perplex im Behandlungszimmer zu sitzen, wo die H\u00e4lfte der Beschwerden bzw. des Krankheitsverlaufs l\u00e4ngst vergessen ist und die anderen kennen das Risiko fehlerhafter Diagnosen und Therapien. Da jede Fernbehandlung genausten dokumentiert wird, bleibt kaum Spielraum f\u00fcr Pfuscherei.<\/p>\n

Wer dennoch glaubt, mal eben eine Krankschreibung abzustauben, um ein paar Tage blau zu machen, wird schnell von der n\u00fcchternen Realit\u00e4t eingeholt. Selbst bei Kleinigkeiten wird ein Arzt in der Fernbehandlung genau pr\u00fcfen, welche Symptome vorliegen sowie welche Behandlungsma\u00dfnahmen sinnvoll sind.<\/p>\n

Einige Webseiten offerieren \u00e4rztliche Gutachten, Rezepte und Medikamentenversand ganz einfach per Mausklick \u2013 doch auch hier muss erst ein Arzt den Kontakt zum Patienten herstellen, die Webseite vermittelt lediglich.<\/p>\n

Andererseits sind selbst initiierte Therapien schon vor dem Beschluss des \u00c4rztetages g\u00e4ngig gewesen, beispielsweise kann sich jeder Speichelproben auswerten lassen, ganz ohne Arzt, daf\u00fcr auf eigene Kosten und nat\u00fcrlich auf eigene Verantwortung.<\/p>\n<\/div><\/div>

\"Eine<\/div>
Statt aufwendiger Kontrollbesuche gen\u00fcgt die digitale \u00dcbertragung der Messwerte an die Arztpraxis.<\/div>
Statt aufwendiger Kontrollbesuche gen\u00fcgt die digitale \u00dcbertragung der Messwerte an die Arztpraxis.<\/div><\/div><\/div>

Wie gehen Patienten mit den neuen M\u00f6glichkeiten der Fernbehandlung um?<\/h3>\n

Parallel zur Datenschutzverordnung, die am 25. Mai in Kraft treten wird, herrscht in so manchem Wartezimmer reger Diskussionsbedarf. Da sich sogar einige Arzthelfer und Schwestern noch nicht ganz klar sind, was sie beachten m\u00fcssen, werden die Themen auch schon mal quer \u00fcber den Tresen angesprochen. Besonders die \u00e4ltere Generation fiebert lebhaft mit. Darf man denn jetzt noch seine eigene Telefonnummer laut ansagen? Warum kann die Tochter nicht einfach das Rezept abholen und was wenn man den Anruf aus der Praxis verpasst? Viel Unklarheit und vor allem Unsicherheit, wo es doch eigentlich unkomplizierter werden soll.<\/p>\n

Der Fernaustausch zwischen Arzt und Patient unterliegt selbstverst\u00e4ndlich in hohen Ma\u00dfe der neuen Datenschutzgrundverordnung (DSGVO). Deren Vorgaben sind bei der technischen Umsetzung der Fernbehandlung durch Webplattformen, Apps, Video- und Audio\u00fcbertragung zwingend einzuhalten. Grunds\u00e4tzlich unterscheidet die neue Behandlungsform zwischen Telekonsultation (z.B. Video-\/ Telefonsprechstunden via Webportal, App oder Telefon), Telediagnostik (z.B. Videokonferenz mit Bild- und Daten\u00fcbertragung) und Telemonitoring (z.B. \u00dcberwachung von Werten durch Daten\u00fcbertragung via Webportal, App oder Anzeigeger\u00e4ten).<\/p>\n

W\u00e4hrend psychologische und seelische Betreuung per SMS, Telefon und Email \u00fcberwiegend auf Anonymit\u00e4t setzen, beispielsweise das Sorgentelefon f\u00fcr Kinder, verfolgen andere Institutionen einen pr\u00e4ventiven Zweck. So die EMOX Stiftung, die Raucher bei der Entw\u00f6hnung unterst\u00fctzt, in dem diese zum Handy greifen statt zur Zigarette und durch das Schreiben von SMS die eigentlichen Sorgen und Ursachen in den Griff bekommen wollen. Derartige Projekte sind seit Jahren sehr erfolgreich und finden immer gr\u00f6\u00dferen Anklang.<\/p>\n

Der Schritt zur \u00e4rztlichen Fernbehandlung via Telekommunikation ist daher f\u00fcr einige nur naheliegend. Vielen Patienten f\u00e4llt es auch leichter sich gerade bei intimen Problemen zu \u00f6ffnen, wenn sie m\u00f6glichst unpers\u00f6nlich \u00fcber ihre Situation sprechen\/ schreiben k\u00f6nnen. Die Kommunikation per SMS erm\u00f6glicht zudem freie Zeiteinteilung, so kann auch mal eben von unterwegs aus oder w\u00e4hrend der Arbeit auf eine Nachricht vom Arzt geantwortet werden.<\/p>\n

Wer dennoch ein generelles Vertrauensproblem hat, dem empfiehlt es sich, den entsprechenden Arzt einfach in ein, zwei Terminen kennen zu lernen und erst dann die Therapie gegebenenfalls via Fernbehandlung weiter zu f\u00fchren. Dank der neuen DSGVO k\u00f6nnen Patienten jederzeit die \u00fcber sie gespeicherten Daten einsehen, auch von welchen Drittanbietern und Telekommunikation-Providern diese \u00fcbertragen werden.<\/p>\n<\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><\/section>

Mit besten Gr\u00fc\u00dfen<\/span><\/h6><\/div><\/div>
\"Ihr<\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><\/section>

Headerbild von AndreyPopov via\u00a0<\/i>iStock.com<\/i><\/p>\n<\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><\/section>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"

Am 10. Mai verk\u00fcndete der Pr\u00e4sident der Bundes\u00e4rztekammer Ulrich Montgomery, dass der Deutsche \u00c4rztetag den Vorschlag zur Lockerung des Fernbehandlungsverbotes angenommen habe. Demnach d\u00fcrfen gewisse Behandlungen und Beratungen fortan auch per Telefon, Video-\/ Live-Chat, App oder Webportal durchgef\u00fchrt werden. Die Kommunikation zwischen Patient und Arzt via SMS gewinnt ebenso an Bedeutung.\u00a0<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":13173,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"content-type":"","footnotes":""},"categories":[402],"tags":[212,213,216,214,217,207,208,211,206,209,215,210],"class_list":["post-13171","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-privacy-security","tag-aerzte-videokonferenz","tag-behandlung-per-sms","tag-datenschutz","tag-diagnose-per-sms","tag-dsgvo","tag-fernbehandlung","tag-ferntherapie","tag-sms-vom-arzt","tag-telekommunikation","tag-telemedien","tag-therapie-per-sms","tag-videochat-mit-arzt"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.seven.io\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13171","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.seven.io\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.seven.io\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.seven.io\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.seven.io\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=13171"}],"version-history":[{"count":19,"href":"https:\/\/www.seven.io\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13171\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":89176,"href":"https:\/\/www.seven.io\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13171\/revisions\/89176"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.seven.io\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/13173"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.seven.io\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=13171"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.seven.io\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=13171"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.seven.io\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=13171"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}